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Das, was Martin Fengel (*1964 in München) aus der Überfülle der Objekte auswählt, könnte man als etwas verschroben bezeichnen. Bunte Putzeimer oder der Faltenwurf eines weißen Kissens werden von ihm als bildwürdig erachtet, und wenn er seinen Blick auf die Flora richtet, sind es unscheinbare Details unscheinbarer Pflanzen, etwa ein paar feine Luftwurzeln, denen seine Aufmerksamkeit gilt. Der Akt der Selektion seines Bildmotivs, die Entscheidung für das Wenige und gegen die Masse, die er einfach ignoriert, macht für Fengel die eigentliche Fotografie aus. „Im Grunde geht es darum, die Dinge so zu zeigen, wie sie sind, weil ich das Aussehen der Dinge, wie sie sind, sehr in Ordnung finde.“ Statements dieser Art deuten auf einen unerschütterlichen Pragmatismus, und – im gänzlich unideologischen Sinne – Materialismus. Der Blick auf die Objekte ist Fengel genug, er nutzt die Möglichkeiten der Wahl des Bildausschnitts und der Beleuchtung bei der Aufnahme, jede weitere Manipulationen lehnt er kategorisch ab: „Alles, was entweder durch fotografische Tricks oder Bearbeitung zur ‚Verschönerung’ beiträgt, ist Unfug.“ Betrachtet man die grafische Gewichtung und formale Reduktion seiner Kompositionen, möchte man Fengel spontan zustimmen. Und wo keine Linie zu viel ist, wo alles am besten genau so bleibt, wie es ist, will der Fotograf sich und uns auch keine unnötige Arbeit machen, daher bringt er für alle, die noch unentschlossen sind, mit lakonischem Understatement das vielleicht ausschlaggebende Argument für seine Fotografien: „Der Vorteil der Pflanzenbilder ist, dass man sie nicht gießen muss.“ Dr. Boris von Brauchitsch