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MARKUS LÜPERTZ

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Ohne Titel 2005/6 Markus Lüpertz, heute Ehrendoktor und Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, ist eine der schillernsten Figuren der deutschen Kunstszene. Als "Neuer Wilder" in den Sechzigern macht er sich mit expressiver, gegenständlicher Malerei seinen Namen. Die Interessen des "Malerfürsten" reichen über das Bühnenbild, die eigene Vers- und Prosadichtung bis hin zum selbst gespielten Free Jazz am Piano. Seine Großskulpturen, seit 1980 in Angriff genommen, lösen in verschiedenen Städten Europas heftige Kontorversen aus. Thematisch ist Lüpertz hauptsächlich der europäischen Geschichte, der griechischen Mythologie und ihrer Symbolik verhaftet. Die Abstraktion streift er nur kurz, er gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Neoexpressionismus weltweit. Die Technik der Farbradierung kultivierte Lüpertz über viele Jahre, zum Motiv hier noch zwei spekulative Anmerkungen: - Die Schildkröte ist ein Symbol der Unterwelt, aber auch der Fruchtbarkeit, der Häuslichkeit, der Keuschheit und der Geduld. - "In eleganter Garderobe spaziert der moderne Dandy (Lüpertz) über den Boulevard der zeitgenössischen Presse wie seine Vorgänger über die Champs-Elysées. Manch einer seiner exzentrischen Vorläufer ließ sich von einer Schildkröte durch die Pariser Passagen führen. Doch was dem klassischen Dandy die langsame Schildkröte war, ist Lüpertz der selbstgezüchtete Kampfhund, dessen Farbe ganz auf die seines Anzuges abgestimmt ist – die Mittel zur Selbstdarstellung haben sich verschärft, im wahrsten Sinne des Wortes." (Sabine Heinlein in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Juli 2000)